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30.03.2011 „100 Schwarz-Weiße Jahre“
Der FCA Niederbrechen feiert in diesem Jahr Jubiläum. Zeit auf die vergangenen Jahrzehnte zurück zu blicken.
Elf Jahre nach Gründung des Deutschen Fußball-Bundes und über 30 Jahre, nachdem der Sport um das runde Leder erstmals in Deutschland Fuß fasste, sollte das Spielgeschehen auch in Niederbrechen eine feste Form erhalten. Am 20. Juni 1911 wurde der FC Alemannia aus der Taufe gehoben. Heute ist der FCA einer der ältesten Fußballvereine des Kreises mit einer langen und wechselvollen Geschichte.
Die Gründer hatten es in den Anfangszeiten sehr schwer, da die Voraussetzungen Fußball zu spielen, alles andere als ideal waren. Ein Sportgelände, so wie man es heute kennt, gab es nicht und in der hiesigen Umgebung war der Spielbetrieb noch wenig geregelt. So trug man hauptsächlich Freundschaftsspiele auf dem „Kleinen Werschberg“ aus. Dazu kam, dass nicht genügend einheimische Spieler zu Verfügung standen und man die Mannschaft durch auswärtige Spieler vervollständigen musste.
Nach den Wirren und dem Leid des Ersten Weltkriegs blühte in den Folgejahren der Fußballsport in der Region auf. Auch das Vereinsleben des FCA erholte sich allmählich und der noch junge FC Alemannia kam wieder auf die Beine. Mit dieser Zeit lassen sich zahlreiche Anekdoten und Geschichten verbinden, die leider nicht alle wiedergegeben werden können.
FCA 1920 - Namen: hinten von links: Bernhard Schupp, Bernhard Schütz, n.b., Peter Dillmann, Hieronimus Stillger, n.b., n.b.
Vorne von links: Toni Roth, Josef Kasteleiner, Heinrich Schneider, Josef B. Schneider, August Kremer
In den 30er Jahre erlebte der Verein seine erste Glanzzeit. Damals spielte man als Bezirksmeister zweimal hintereinander (leider ohne Erfolg) um den Aufstieg in die Gauliga. Ein besonderer Meilenstein war dann der Zusammenschluss mit der 1934 aufgelösten DJK (Deutsche Jugendkraft). Schließlich war es erneut ein Krieg, der über lange Zeit das Spielgeschehen erschütterte. Doch wie 24 Jahre zuvor überlebte der Sport auch diesen Einschnitt.
Wie auch schon vor dem Krieg musste in den Folgejahren das Sportgelände des Öfteren gewechselt werden, bis man schließlich ab 1950 auf dem Sportplatz an der Langhecker Straße ankam, auf dem man bis heute seine Spiele austrägt.
39 Vereine, darunter auch der FCA Niederbrechen, standen zu Jahresbeginn 1946 in den Startlöchern. Der Auftakt stand wenige Wochen später, am 24. März 1946, an. Alle Mannschaften fingen in der damaligen II. Kreisklasse, der heutigen B-Liga an und spielten um den Aufstieg. Bevor jedoch der erste Torjubel angestimmt wurde, galt es in organisatorischer Hinsicht Schwerstarbeit zu verrichten. So galt es Fußballschuhe, Bälle und eine einheitliche Spielkleidung zu besorgen. Wie bei der Gründung 35 Jahre zuvor beschlossen, trat der FCA fortan in seinen Vereinsfarben Schwarz/Weiß zu den Spielen an.
Eines der unvergessen Spiele aus der Nachkriegszeit fand an Karfreitag 1948 auf dem schmalen Waldsportplatz „Am großen Werschberg“ statt. Der FCA zwang an diesem Tag den Titelanwärter SV Kostheim mit 2:1 in die Knie - vor über 2.000 Zuschauern!
Es war die Zeit in der „König Fußball“ ein echter Volkssport wurde. Der Amateurfußball erlebte seine „Blüte“, Trikotwerbung, Spielernamen auf den Hemden und der heutige Nummernsalat auf der Spielerkleidung waren ein Fremdwort. Sportlich zählte der FCA von 1947 bis zum Spieljahr 1966/67 zur „Creme de la Creme“ im Fußballkreis Limburg. Mehrfach war der FCA in der Bezirksliga Wiesbaden (der späteren II. Amateurliga Wiesbaden) sogar der bestplatzierte Verein der Region. Danach ging es aus mehreren Gründen bergab – bis in die B-Klasse. Ein Grund war auch die Überalterung der Mannschaft. Aus diesem Grund wurde in den Folgejahren die bis heute erfolgreiche Jugendarbeit zunehmend forciert. Mitte der 70er Jahre fand die Alemannia schließlich zu ihrer alten Stärke zurück.
Der Name des Vereins geht im Übrigen auf einen alten schwäbischen Volksstamm zurück. Die Gründerväter wählten ihn aus, da er mit Tugenden wie Treue, Opferbereitschaft, Heimatliebe und Gastfreundschaft verbunden wird.
Die erfolgreichste Zeit des Vereins begann Anfang der 90er Jahre. Nach einem 4:1-Kreispokalsieg am 8. Juni 1991 gegen den Cup-Verteidiger und Landesligameister RSV Würges, schaffte man in der folgenden Saison den Aufstieg in die Landesliga Mitte.
Pokalsieg 1991 - Namen: hinten von links: Vorsitzender Rudi Fuchs, Marcus Kasteleiner, Lorenzo Peluso, Andreas Orgler, Michael Philipp, Jochem Bretz, markus Immel, Klaus Schütz, Heinz Ewald (Spielausschuss)
Vorne von links: Trainer Bernhard Krämer, Dirk Schneider, Christoph Lorenz, Markus Litzinger, Michael Immel, Thomas Frank, Jörg Frank, Frank Schneider.
Nach einem Jahr in dieser Klasse folgte ein unglücklicher Abstieg in die Bezirksoberliga. Seit 1999 gehört man nun kontinuierlich der Bezirksliga (Kreisoberliga) an. Diese Zeit ist von einem großen Auf und Ab gekennzeichnet. Nach Jahren um den Aufstieg hatte man immer wieder auch mit dem Abstieg zu tun.
Seit Beginn des regulären Spielbetriebs nach dem Krieg gewann der FCA vier Mal die Meisterschaft, war acht Mal Vizemeister und belegte 49 Mal einen Platz unter den ersten Zehn.
Jugend und Vereinsleben besonders wichtig
Jeder Spieler hat natürlich mal klein angefangen und ohne die Minikicker gäbe es auch keine Senioren. So ist der Nachwuchs das gewichtige Fundament des Vereins. Die große Juniorenabteilung des FCA macht gerade in jüngster Zeit durch einige Erfolge von sich Reden und den Verein stolz. Insgesamt kümmern sich 15 Betreuer (wovon sechs lizenzierte Trainer sind) um über 170 Jugendspieler.
Neben Senioren und Jugend sollte auch eine Mädchenmannschaft nicht fehlen und immerhin zweimal konnte man eine solche auch hervorbringen. Eine kurzlebige im Jahre 1969 und eine aussichtsreichere Mitte der 90er, die sich immerhin bis zum Millennium hielt. Nicht zu vergessen sind die Alten-Herren die das Rückrat des Vereins bilden. Viele Arbeitsstunden und Aufgaben im Verein werden von dieser Abteilung übernommen.
Neben dem Spielbetrieb legte und legt der Verein auch immer großen Wert auf das Vereinsleben. So gab es eine Theatergruppe und Maskenbälle, es fanden Austauschfahrten nach England statt, eine Wandergruppe fährt seit über fünfzehn Jahren regelmäßig in die Alpen und die jährliche Ski-Freizeit ist bereits seit langem ein fester Bestandteil im Kalender.
Heute gehören dem FCA Niederbrechen 525 (475 Männer, 50 Frauen, 220 Jugendliche) Mitglieder an. Einen ausführlichen Blick in die Vergangenheit erlaubt das Festbuch zum 100jährigen Bestehen des Vereins, das man bei jedem Vorstandsmitglied, im Schuhhaus Speth sowie bei Foto Ehrlich erwerben kann. In dem Buch wird ausführlich auf die Geschichte des Vereins eingegangen und noch einmal deutlich gemacht, das es insbesondere viele engagierte Menschen gewesen sind, die den Verein in den letzten 100 Jahren geprägt haben.
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