Aus der Gründungszeit - Teil II

Die Suche nach einem neuen Sportplatz

Ganz besonders große Schwierig-keiten bereitete die Platzfrage. Auf dem "Kleinen Werschberg" konnte nicht mehr gespielt werden. Der Platz war zu klein und durch die Hanglage ungeeignet. So ging man in die Wiesen und spielte dort. Jeden Sonntag wurden in einem anderen Wiesengrund die Tore aufgebaut. Das aber war nur möglich in der Zeit nach der Grummeternte bis zum Frühjahr. In der übrigen Zeit wanderte man auf die Berge. So wurden auf der "vorderen" und "hinteren Schlei" Spielfelder abgezeichnet und dort gespielt. Wenn man heute an diese Verhältnisse zurückdenkt, so steigt wohl ein wehmütiges Lächeln in den alten Spielern von damals auf.

Im Jahre 1921 fand man dann eine vorübergehende Bleibe auf einem Ackergelände bei der Ziegelei. Das Spielfeld war rund 1 1/2 Morgen groß, zu schmal und zu kurz. Die Zuschauer standen auf der Dauborner Straße. Der Besuch der Spiele war gut, aber die Einnahmen waren gering. Niemand konnte verpflichtet werden, Eintritt zu bezahlen. Mit den Anliegern an dem Spielfeld bestand kein gutes Einvernehmen, was leicht verständlich war. Also mußte man sich nach einem anderen Gelände umsehen. Auf dem "Sauküppel" war die Deutsche Jugendkraft beheimatet. Der Grund und Boden gehörte der Pfarrgemeinde. Wo sollten wir nun unser Spielfeld anlegen?

Der neue Sportplatz auf dem "Großen Werschberg"

In dieser Bedrängnis stellte die Gemeinde das Waldgelände auf dem "Großen Werschberg" zur Verfügung. Die Lage im grünen Wald war herrlich! Aber das Gelände mußte erst zu einem Sportplatz gemacht werden. 1.400 cbm Erdbewegung mit Hacke und Schippe war der Preis. Schweiß und Schwielen der freiwilligen Helfer, die mit großem Idealismus dort wirkten, brachten das Werk zur Vollendung. So konnte am 12. August I923 die Einweihung dieses neuen Platzes gefeiert werden. Fast drei Jahrzehnte lang wurden dort viele Spiele ausgetragen. Die Fußballbegeisterten Zuschauer verknüpften mit einem Spaziergang durch Feld und Wald den Besuch der Spiele. Bei gutem Wetter war das eine Lust, und der Weg schien keinem zu weit. Aber bei schlechtem Wetter waren es nur die ganz unentwegten, treuen Anhänger des Fußballs, die den Weg zum "Großen Werschberg" einschlugen. Da zum dauerhaften und stetigen in Form sein ein geregeltes Training gehört, sah man im Laufe der Zeit ein, daß der Platz hierfür nicht gut geeignet war. Da Ich gerade vom Training spreche, möchte ich hierzu noch ein Wort sagen. Ein systematisches Training, wie es heute überall selbst-verständlich ist, kannten wir damals kaum. Aufbau und Einordnung in das Mannschaftsgefüge wurden vernachlässigt. Damit soll nicht gesagt werden, daß kein guter Fußball gespielt worden wäre. Ja, für den Zuschauer war ein guter Drippling oder ein gelungenes Solospiel bestechend schön. Wer am Ball war gab ihn nur ungern ab, obwohl ein zweckdienliches Zusammenspiel viel nützlicher gewesen wäre. Die Folgen dieser wilden Spielart waren unnötiger Kräfteverbrauch und verminderte Leistungsfähigkeit der Spieler. Dies zeigte sich ganz besonders auffällig, als die Alemannen 1924 in Frankfurt gegen eine systematisch trainierte Elf der Olympia spielte und 6:0 verlor. So entschloß man sich im Jahre 1924, den Frankfurter Spielertrainer August Thein zu engagieren. Ihm war es zu verdanken, daß die Spieler körperlich und geistig auf ihre Aufgabe eingestellt wurden. Auch die Lebensweise der Spieler wurde kritisch beurteilt und eine Höchstleistung von ihnen erwartet. Die Arbeit dieses erfahrenen Trainers war ein Erfolg, der lange Zeit nachwirkte.

Die Theatergruppe

Wenn man nun schon einmal von der Gründungszeit des FC Alemannia spricht, darf die Theaterarbeit der Alemannen nicht unerwähnt bleiben. Unter der Leitung von Lehrer Hubert Schmitt haben sie Jahr für Jahr klassische Schauspiele und auch Lustspiele aufgeführt. So sei erinnert an die Aufführungen von "Wilhelm Tell", "Die Jungfrau von Orleans", "Maria Stuart", "Im weißen Rössl"..

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