Historie-Kompakt

Die Historie des FCA Niederbrechen seit der Gründung

1911 - 1945

Zur Gründung des Fußballclubs Alemannia Niederbrechen im Juni 1911 hätten sich die "Fußballpioniere" sicher nicht träumen lassen, dass der Verein 90 Jahre später so groß und gesund im Vereinsleben der Gemeinde stehen würde.

Die Gründer hatten es in den Anfangszeiten unheimlich schwer, da die Voraussetzungen, um Fußball zu spielen, alles andere als ideal war. Ein richtiges Sportgelände, so wie man es heute kennt, gab es nicht und gesellschaftsfähig war Fußball erst recht nicht. Man bezeichnete ihn als "rohen Sport".

Das allererste Spielfeld (eine Wiese mit schwarz-weiß gestrichenen Torstangen) gab es auf dem Bleideberg. Ein richtiger Fußballplatz wurde 1919 an der Dauborner Straße unweit des heutigen Festplatzes angelegt. Nachdem man dort nicht mehr spielen durfte, wurde dem FCA das Gelände des heutigen "Alten Sportplatzes" zugewiesen. Ohne technische Hilfsmittel wurde dort der Wald gerodet und planiert und ein Platz geschaffen, der am 12.August 1923 zum ersten Mal bespielt wurde und den der FCA 27 Jahre seinen Platz nennen durfte.

Im September 1933 wurden der FCA und die damals ebenfalls in Niederbrechen spielende DJK durch die sogenannte Gleichschaltung zusammengeschlossen. Der FCA behielt seinen Namen, die spielerische Klasse der Mannschaft verbesserte sich durch den Zugang der DJK-Spieler enorm.

In der nachfolgenden Zeit wurden glanzvolle Kapitel der Vereinsgeschichte geschrieben. Erwähnt seien hier Franz Dillmann, Josef Ewald, Josef Schneider und Christian Rentz, die in der Zeit die Stützen des FCA bildeten. 1934 und 1935 wurde der Bezirksmeistertitel geholt und nur knapp der Aufstieg in die damalige Gauliga verpaßt.

Durch die Kriegswirren und dem damit verbundenen Einzug von etlichen Spielern zur Wehrmacht gibt es über die Jahre 1939 - 1945 kaum etwas zu berichten. Leider kehrten einige Spieler auch nicht mehr aus dem Krieg zurück. Unter diesen waren auch Franz Dillmann und Christian Rentz.

1945 - 1976

Nach 1945 regte sich in Niederbrechen schnell wieder das sportliche Leben. Von der alten Meisterelf aus den 30er Jahren war nur noch Albert Schmitt übrig. Er bildete zusammen mit Paul Königstein, Heinrich Schneider ("Schworzhannesse Heine") und Josef Roos das Gerippe einer neuen Meisterelf, die zunächst im Kreis keine Konkurrenz zu fürchten hatte. Man wurde Meister der damaligen Kreisklasse II, ein Jahr später stieg man als zweiter hinter Elz in die Bezirksliga auf, die sich dann II. Amateurliga nannte (damals höchste Klasse des Bezirks). Dort spielte man mit einer Unterbrechung zwölf Jahre lang mit wechselndem Erfolg.

Die damalige 2.Mannschaft hatte eine führende Rolle in der Runde der Reserve. Außerdem wurde noch in einer dritten Senioren-, einer Jugend- und einer Schülermannschaft Fußball gespielt.

Ein einschneidendes Datum in der Geschichte des FCA stellt der 6.August 1950 dar. An diesem Tag wurde der neue Sportplatz an der Langhecker Straße eingeweiht. Auf diesem Platz wird seit diesem Tag gespielt. Lediglich die Platzoberfläche wurde mehrmals geändert.

Am 30.Juli 1960 wurde ein weiterer Traum für den Verein Wirklichkeit. Das Umkleidehaus wurde in einer würdigen Feierstunde im Beisein vieler Ehrengäste seiner Bestimmung übergeben.

Das "Häuschen" nebenan, wie es heute noch genannt wird, wurde einige Jahre später von Heinrich Schneider für DM 100,00 von der Stadt Limburg erworben. In Eigenleistung wurde es von Limburg nach Niederbrechen gebracht und dort wieder aufgebaut. Am 4.Februar 1968 wurde es in Betrieb genommen. Es steht noch heute an seinem Platz, hat im Laufe der Jahre aber einige Renovierungen erfahren.

In den 60er Jahren spielte der FCA in der Bezirksliga bis zum Jahr 1967, in dem man zusammen mit dem RSV Weyer in die A-Liga absteigen mußte. Schon ein Jahr später mußte man abermals den Gang eine Klasse tiefer antreten. Die Presse schrieb damals: "Was ist mit dem FCA los? Jetzt stehen die Alemannen vor dem Abstieg in die B-Klasse, auswärts noch ohne Sieg mit den meisten Gegentreffern und den wenigsten erzielten Treffern ist Niederbrechen ein echter Letzter. Es wird noch einige Jahre dauern, bis der FCA wieder oben ist. Gegen das Gros der B-Klassenvereine hätte vor einigen Jahren noch die 3.Garnitur mit Erfolg bestehen können."

Diesem Bericht zum Trotz stieg das damalige Team schon ein Jahr später überlegen in die A-Klasse auf, mußte aber 1972/73 wieder absteigen. Mit dem Wiederaufstieg in die A-Klasse mußte man bis zum Jahr 1976 warten. Im Mai 76 kam der FCA im ersten Spiel um den dritten Aufsteiger unter den Augen von 1.000 Zuschauern zu einem sensationellen 5:1 Sieg gegen den TuS Staffel. Das Rückspiel wurde ebenfalls gewonnen. Damit war der Aufstieg geschafft. Walter Will war mit 35 Toren erfolgreichster Torschütze in der B-Klasse.

Erwähnenswert in diesen Jahren erscheint der Umbau des Sportplatzes inclusive der Installation der Flutlichtanlage.

Das 65-jährige Vereinsjubiläum wurde im Juni 1976 auf dem Festplatz gefeiert. Beim Kommers standen die damals bekannten Showstars Willi Hagara, die Jakob-Sisters und Tina York im Mittelpunkt.

1977 - 2010

Von 1977 bis zur Saison 1987/88 fristete der FCA sein Dasein in der damaligen Kreisliga A Limburg. In der Saison 1986/87 gelang der Mannschaft hinter dem Topteam aus Görsroth der 2.Platz, der damals noch ohne besonderen Belang war, da es noch keine Relegation gab. 1988 wurde in der Halle der erstmals ausgespielte SK-Cup gegen hochkarätige Gegner wie SV Wehen, EGC Wirges und dann im Endspiel Eintracht Frankfurt gewonnen. Die Reserve holte gleichzeitig die Hallenmeisterschaft.

Mitte der 80er Jahre feierte die neugebildete Juniorenmannschaft unter ihrem Trainer Heinz Ewald einige Kreismeisterschaften und schaffte auch den Einzug ins Finale des Hessenpokals, der 1987 erstmals ausgetragen wurde. Dort unterlag man leider gegen den TSV Hungen mit 2:4.

Ein Jahr später gelang endlich der langersehnte Aufstieg in die Bezirksliga Wiesbaden. Der Vorsprung vor dem zweitplatzierten SV Wilsenroth war trotz einer Niederlage gegen eben diesen Gegner kurz vor Schluß der Runde groß. Ab diesem Jahr 1988 spielte der FCA in der Bezirksliga Wiesbaden, die später in Bezirksoberliga umbenannt wurde. In diese Zeit fiel auch der Pokalsieg gegen den RSV Würges (1991) und der Aufstieg in die Landesliga Mitte (1992).

Die Saison in der Landesliga darf getrost als größter Erfolg der Vereinsgeschichte bezeichnet werden, zumal er zum großen Teil mit Spielern erreicht wurde, die aus der Jugend des FCA kamen. Die Landesliga als zweithöchste Amateurliga konnte zwar nur ein Jahr gehalten werden, allerdings war dieses Jahr sehr lehrreich.

1998 folgte dann der bittere Abstieg in die Bezirksliga Limburg und ein Neuaufbau einer Mannschaft, in der wieder mehrheitlich Spieler aus der eigenen Jugend stehen und die noch eine aussichtsreiche Zukunft vor sich hat.

Jugend

Die A-Jugend des Vereins spielte lange Jahre, die B- und die C-Jugend zeitweise auf Bezirksebene mit gutem Erfolg. Die Jugendmannschaften holten etliche Kreismeisterschaften, Kreispokalsiege und Hallenmeisterschaften. 1984 wurde die Jugendabteilung deshalb mit dem Sepp-Herberger-Preis des Deutschen Fußballbundes ausgezeichnet. Damit wurden der jahrelange Einsatz der Jugendleiter und -betreuer gewürdigt. Diese Arbeit ist in der heutigen Zeit nicht hoch genug zu bewerten.

Die Anzahl von nicht weniger als 12 Jugendmannschaften, die zur Zeit beim FCA Fußball spielen, spricht eine deutliche Sprache für die Attraktivität des Fußballs und damit auch des Vereines.

Jubiläum

Außerdem wurde im beschriebenen Zeitraum das 75-jährige Jubiläum gefeiert. 1986 war wieder ein Zelt auf dem Festplatz der Gemeinde aufgebaut. Von Samstag bis Montag fanden die Feierlichkeiten mit Kommers, Butem Abend und Frühschoppen statt. Stargast und Moderator dieses Abends war Harald Clausen ("Aktuelles Sportstudio").

Der Verein im Jahr 2011

Der FCA Niederbrechen hat 520 Mitglieder (49 weiblich, 471 männlich, Stand: 31. Mai 2011). Von diesen 520 Mitgliedern sind rund 200 jugendlich. Im Moment gibt es ständigen Zuwachs bei den Jüngsten. Bei solch einer Begeisterung braucht man keine Sorgen um die Zukunft unseres Vereines zu haben. Wichtig dabei ist und bleibt aber, den Jugendlichen zu vermitteln, dass Sport und hierbei Fußball im speziellen etwas positive Wirkung auf den Menschen haben und insbesondere zu einem vernünftigen Sozialverhalten beitragen kann.

Fußballspielen ist auch Sozialarbeit!

Die Seniorenabteilung hat kein erfolgreiches Jahr in der Kreisoberliga Limburg hinter sich und muss nach Erreichen des 16. Platzes den Gang in die Kreisliga A antreten. In der neuen Klasse wird sie mit neuem Elan und der gleichen Mannschaft hoffentlich um den Titel mitspielen. Zurzeit beschäftigt den Vorstand die Verhandlung mit der Gemeinde Brechen sowie interessierten Firmen, so dass wir die geplante Sportanlage realisieren können und das Projekt möglichst noch in diesem Jahr.
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FC Alemannia Niederbrechen 1911 e.V.
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